Vorsorge15. September 202613 Min. Lesezeit

Säule 3a Vergleich 2026: Die besten Anbieter & Gebühren

Säule 3a Vergleich 2026: finpension, VIAC, frankly, Selma, Yuh, Bankkonto und Versicherung — Gebühren, Aktienquote, die neue Nachzahlung und wie viel Steuern Sie wirklich sparen.

F
Finch Team
Persönliche Finanzen Schweiz
Kurzantwort

Für die meisten Menschen in der Schweiz ist die beste Säule 3a 2026 eine günstige Wertschriftenlösung eines digitalen Anbieters: finpension (rund 0,39–0,42% all-in), VIAC (rund 0,44% gesamt, keine Gebühr auf Cash) oder frankly (rund 0,43%). Ein 3a-Sparkonto lohnt sich nur, wenn Sie das Geld innert etwa fünf Jahren brauchen, eine 3a-Versicherungspolice nur, wenn Sie den Risikoschutz wirklich wollen. Der Maximalbetrag 2026 liegt bei CHF 7'258 mit Pensionskasse und CHF 36'288 ohne — und seit 2026 lassen sich verpasste Beiträge erstmals rückwirkend nachzahlen, allerdings nur für Lücken ab 2025.

Die Säule 3a ist der verlässlichste Steuerabzug, den fast alle in der Schweiz nutzen können — und für die meisten Haushalte zugleich die folgenreichste Anlageentscheidung überhaupt, weil das Geld jahrzehntelang liegen bleibt. Trotzdem liegt ein grosser Teil des Schweizer 3a-Vermögens noch immer auf Sparkonten mit fast keinem Zins oder in Versicherungspolicen, deren Kosten kaum lesbar sind.

Dieser Vergleich zeigt, was die wichtigsten Schweizer Säule-3a-Anbieter 2026 tatsächlich kosten, was die neue Nachzahlungsregel ändert, wie viel Steuern realistisch zurückkommen und welche 3a-Form zu welcher Situation passt. Die Gebühren entsprechen den Angaben der Anbieter von Mitte 2026 — prüfen Sie vor der Eröffnung immer die aktuellen Zahlen.

Was sich 2026 bei der Säule 3a ändert

  • Nachzahlungen sind erstmals möglich. Seit dem 1. Januar 2026 können verpasste 3a-Beiträge bis zu zehn Jahre rückwirkend eingekauft werden — aber nur für Lücken ab 2025 und erst, wenn der Maximalbetrag des laufenden Jahres bereits voll einbezahlt ist.
  • Maximalbeträge 2026: CHF 7'258 mit Pensionskasse (die meisten Angestellten) und 20% des Nettoerwerbseinkommens, höchstens CHF 36'288, ohne Pensionskasse (typischerweise Selbständigerwerbende).

Wer Jahre ausgelassen hat, geht in dieser Reihenfolge vor: zuerst das laufende Jahr füllen, dann das älteste einkaufsberechtigte Lückenjahr.

Säule 3a Anbieter im Vergleich 2026

Alle Angaben pro Jahr, gerundet und — wo publiziert — als All-in-Gebühr. Fondskosten und Währungsspreads können das effektive Total leicht verschieben.

AnbieterTypKosten pro JahrMax. AktienquoteAm besten für
finpension 3aDigitale Stiftungca. 0,39–0,42% all-inbis 99%Tiefste Gebühr, meiste Kontrolle
VIACDigitale Stiftung (WIR Bank)ca. 0,44% gesamt, Gebührencapbis 99%Beste App, keine Gebühr auf Cash
franklyDigital, von der ZKBca. 0,43–0,44% all-inbis 95%Einfachheit, Kantonalbank
Selma FinanceDigitaler Vermögensverwalterab ca. 0,68%je nach Profil3a im Gesamtplan
Yuh / ZakBanking-App mit 3aje nach Produktbegrenzte AuswahlAlles in einer App
3a-SparkontoZinskontokeine Gebühr, tiefer Zins0%Horizont unter ca. 5 Jahren
3a-VersicherungVersicherungsvertragKosten eingebettet, schwer vergleichbarvariabelNur bei echtem Schutzbedarf

Vier Arten von Säule 3a — der Typ zählt mehr als die Marke

1. Digitale Wertschriftenlösungen (finpension, VIAC, frankly)

Diese Stiftungen investieren Ihre 3a in günstige Indexfonds mit Aktienquoten bis 95–99%. Sie sind der Grund, weshalb die 3a-Gebühren in der Schweiz eingebrochen sind. Die Unterschiede zwischen den Top drei sind prozentual klein und über 30 Jahre in Franken spürbar — die deutlich grössere Entscheidung ist aber die Aktienquote, nicht der Anbieter.

finpension 3a weist die tiefste All-in-Gebühr aus und bietet die feinste Kontrolle: eigene Strategie aus institutionellen Fonds, bis zu fünf Portfolios. Ideal, wenn Sie genau sehen und wählen wollen, was Sie halten.

VIAC deckelt die Verwaltungsgebühr und verlangt nichts auf dem Cash-Anteil — attraktiv, wenn ein Teil der 3a in Cash liegt. Inklusive Fondskosten landet man bei rund 0,44%, die App gilt als die ausgereifteste.

frankly von der Zürcher Kantonalbank tauscht etwas Flexibilität gegen die einfachste Oberfläche und den Namen einer Kantonalbank. Die maximale Aktienquote liegt leicht tiefer als bei den anderen beiden.

2. 3a-Sparkonto bei der Bank

Keine Gebühren, kein Marktrisiko — und eine Rendite, die mit der Teuerung selten mithält. Über 30 Jahre ist das die teuerste «sichere» Variante, weil die Opportunitätskosten jede Gebührendiskussion in den Schatten stellen. Sinnvoll ist ein 3a-Sparkonto für Geld, das bald gebraucht wird: Wohneigentum, Selbständigkeit oder Wegzug aus der Schweiz innert rund fünf Jahren.

3. 3a in einer Banking- oder Anlage-App (Yuh, Zak, Swissquote)

Praktisch, wenn Sie dort ohnehin Kunde sind und nur einen Login wollen. Gebührenstruktur und Fondsauswahl variieren und sind meist enger als bei den spezialisierten Stiftungen. Lohnt sich, wenn die Bequemlichkeit dazu führt, dass Sie konsequent einzahlen.

4. 3a-Versicherungspolicen

Eine 3a-Police bündelt Sparen mit Todesfall- und/oder Erwerbsunfähigkeitsschutz und verpflichtet Sie über Jahre zu einer fixen Prämie. Genau diese Starrheit ist das Problem: Fällt die Prämie in einem schlechten Jahr aus, wird der Ausstieg teuer, und die gebündelten Kosten machen einen ehrlichen Vergleich fast unmöglich. Wer Risikoschutz braucht — junge Familie, Hypothek, Alleinverdienende — kauft den Schutz besser als separate Risikoversicherung und investiert die 3a getrennt. Das ist fast immer günstiger und immer transparenter.

Sind 0,05% wirklich entscheidend?

Für ein einzelnes Jahr nicht. Über eine Karriere schon — aber weniger als zwei andere Punkte:

  • Überhaupt einzahlen, jedes Jahr. Ein ausgelassenes Jahr mit CHF 7'258 kostet weit mehr als jede Gebührendifferenz.
  • Aktienquote. Der Unterschied zwischen 0% Sparkonto und 90% Aktien beträgt über 30 Jahre Zehntausende Franken.
  • Gebühren. Real und optimierbar, aber an dritter Stelle — die Top drei liegen ohnehin nur Hundertstelprozente auseinander.

Wählen Sie die Aktienquote nach Ihrem Zeithorizont und dann den günstigsten Anbieter, der diese Strategie in einer App bietet, die Sie tatsächlich öffnen.

Wie viel Steuern sparen Sie wirklich?

Der 3a-Beitrag wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen, die Ersparnis entspricht also Ihrem Grenzsteuersatz. In der Schweiz liegt dieser je nach Kanton, Gemeinde und Einkommen typischerweise zwischen rund 20% und 40% — eine volle Einzahlung von CHF 7'258 bringt damit meist rund CHF 1'500 bis 2'700 im selben Steuerjahr zurück. Diese Rendite verspricht kein Anlageprodukt, weshalb die 3a fast immer Vorrang vor einem steuerbaren Depot hat.

Zwei Details gehen oft vergessen: Das Geld muss bis zum 31. Dezember auf dem 3a-Konto gutgeschrieben sein, nicht erst am 30. überwiesen. Und bei der Auszahlung wird das Kapital separat zu einem reduzierten Satz besteuert — hier kommt die Staffelung ins Spiel.

Die Fünf-Konten-Regel für die Auszahlung

Die Auszahlung wird reduziert, aber progressiv besteuert, und alles, was im selben Kalenderjahr bezogen wird, zählt zusammen. Wer seine 3a auf mehrere Konten verteilt — viele Anbieter erlauben bis zu fünf —, kann ab 60 in verschiedenen Jahren beziehen und bleibt jedes Mal in tieferen Tarifstufen. Eröffnen Sie die Konten früh: Ein einzelner grosser Topf lässt sich später nicht aufteilen.

Säule 3a Anbieter wechseln

  • Zuerst das neue 3a-Konto eröffnen — bei den digitalen Anbietern in wenigen Minuten online.
  • Übertrag beim neuen Anbieter beantragen, der die Formalitäten mit der alten Bank oder Stiftung übernimmt.
  • Niemals selbst auszahlen lassen. Ein Übertrag von 3a zu 3a ist steuerneutral, eine Auszahlung nicht — und meist gar nicht zulässig.
  • Austrittsgebühren prüfen; eingehende Überträge sind bei den digitalen Anbietern in der Regel kostenlos.
  • Versicherungspolicen sind ein Sonderfall. Ein vorzeitiger Rückkauf kann einen echten Verlust bedeuten — lassen Sie sich den Rückkaufswert schriftlich geben.

Welcher Anbieter passt zu welcher Situation

Ihre SituationSinnvolle Wahl
Langer Horizont, tiefste Kosten und volle Kontrollefinpension 3a
Langer Horizont, beste App und GebührencapVIAC
Einfach halten, Kantonalbank im Rückenfrankly
Ein Plan, der auch das freie Vermögen verwaltetSelma
Wohneigentum oder Wegzug innert 5 Jahren3a-Sparkonto
Selbständig ohne PensionskasseDigitale 3a, bis CHF 36'288
Familie, Hypothek, Alleinverdienende mit SchutzbedarfSeparate Risikopolice plus Wertschriften-3a

Die 3a neben allem anderen sichtbar halten

Das praktische Problem einer guten 3a-Lösung: Sie verschwindet aus dem Blick. Die 3a liegt bei einem Anbieter, der Lohn bei der Kantonalbank, die Anlagen beim Broker — und im Dezember weiss niemand mehr, ob der Maximalbetrag wirklich einbezahlt wurde. Finch bündelt Ihre Schweizer Konten über bLink und verfolgt die Säule 3a daneben, sodass Bestand, Jahresbeitrag und Netto-Vermögen in einer Ansicht stehen statt hinter fünf Logins.

Fazit

2026 ist die beste Säule 3a für die meisten Menschen in der Schweiz eine Wertschriftenlösung von finpension, VIAC oder frankly — mit einer Aktienquote passend zum Zeithorizont und einer Einzahlung früh im Jahr statt in der letzten Dezemberwoche. 3a-Sparkonten gehören zu kurzen Horizonten, 3a-Versicherungen zu Menschen mit echtem Schutzbedarf, und die Gebührendifferenz zwischen den digitalen Top-Anbietern ist die kleinste Entscheidung auf der Liste.

Weiterlesen: Säule 3a vs 3b erklärt, Schweizer Steuerabzüge optimal nutzen und die besten Schweizer Finanz-Apps.

Dieser Artikel ist allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung. Gebühren und Limiten ändern sich; prüfen Sie aktuelle Zahlen beim Anbieter und bei der Steuerbehörde.

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